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Culture matters. Die Finanzialisierung der Alterssicherung im Ländervergleich

Autor
Frericks, Patricia
Jahr
2015
Heft
3
Jahrgang
61
Seiten
265 bis 289

Zusammenfassung

Der Wandel des europäischen Kapitalismus von einer vornehmlich industrialisierten zu einer finanzmarktorientierten Ausrichtung zeigt sich auch an den Reformen zentraler wohlfahrtsstaatlicher Institutionen. Die Finanzialisierung hat dabei insbesondere in der Alterssicherung den Alltag der Bürgerinnen und Bürger erreicht, indem der Sozialstaat Teile der von ihm in diesem Bereich traditionell übernommenen Verantwortung auf den Finanzmarkt verschoben hat. Gleichzeitig hat der Sozialstaat diesen Markt durch Regulierungen und Subventionen verändert und damit zur Entstehung eines Wohlfahrtsmarktes beigetragen. Es zeigt sich, dass Art und Charakteristika dieses Wohlfahrtsmarktes und seine Verknüpfung mit den traditionellen öffentlichen Renten bestimmen, welchen Regelungsprinzipien das Alterssystem folgt und damit, wie hoch der Grad der Finanzialisierung in der Alterssicherung ist. Der Umfang, in dem Marktprinzipien in diesen Systemen implementiert wurden, gibt somit Aufschluss über die Unterschiede zwischen den finanzialisierten Alterssicherungssystemen. Der vorliegende Beitrag analysiert die Finanzialisierung der Alterssicherung im Ländervergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden, um zu verstehen, wie und warum sich die beiden Alterssicherungssysteme voneinander unterscheiden. Der überraschende, aber erklärbare Befund ist dabei, dass das niederländische System trotz eines ausgeprägten Finanzmarktanteils weniger stark finanzialisiert ist als das deutsche System, welches nur einen kleinen Finanzmarktanteil aufweist.
Zuletzt aktualisiert: 16.12.2015

Hinweis

  • Kontakt:

    PD Dr. Patricia Frericks (PhD)
    Universität Hamburg
    Institut für Soziologie
    Allende-Platz 1
    20146 Hamburg
    E-Mail: patricia.frericks@uni-hamburg.de